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Warum legt die Shia Gebete zusammen?
Die Shia erkennt die
fünf Tagesgebete an. Jedoch legt sie das Zuhr- und das Asr-Gebet
regelmäßig zusammen, indem sie diese nacheinander innerhalb des
definierten Zeitraumes zwischen Beginn von Zuhr- und Ende von
Asr verrichtet. Sie halten es auch für erlaubt, das Maghrib-
und das Ischa-Gebet auf ähnliche Weise zu kombinieren. Diese
Praxis steht in völliger Übereinstimmung mit dem Qur'an als auch
mit den authentischen Überlieferungen des Propheten (s).
Die sunnitischen
Rechtsschulen (fiqh) erlauben mit Ausnahme der Hanafiya das
Zusammenlegen von Pflichtgebeten (al-jam' bayn as-salatayn) im
Falle von Regen, Reise, Furcht oder anderen Nöten. Die Hanafiya
verbietet die Kombination täglicher Gebete zu jeder Zeit, außer der
Gebete in al-Muzdalifa bei der Hajj. Die Malikiya, die Schafiiya
und die Hanbaliya stimmen alle in der Zulässigkeit des Zusammenlegens
von Gebeten überein, wenn jemand auf Reisen ist, haben aber
Meinungsunterschiede bei anderen Gründen. Die schiitisch-jaafaritische
Rechtsschule ist der Meinung, dass man die Gebete ohne irgendeinen
besonderen Grund kombinieren kann.
Gebetszeiten entsprechend dem Qur'an
Der berühmte
sunnitische Qur'an-Kommentator Imam Fakhr ad-Din ar-Razi schrieb
bezüglich des zitierten Verses (Kapitel 17, Vers78) Folgendes:
□ "Wenn wir die
Dunkelheit (ghasaq) als die Zeit definieren, wenn die Dunkelheit
anfänglich eintritt, dann bezieht sich der Begriff ghasaq auf den
Beginn von Maghrib. Auf dieser Grundlage werden drei Zeiten im
Vers genannt: 'die Mittagszeit, die Zeit des Beginns vonMaghrib
und die Zeit von Fajr.' Daraus folgt, dass Mittag die Zeit von
Zuhr und Asr ist und sich in diese beiden Gebete aufteilt. Die Zeit des
Beginns von Maghrib ist die Zeit für Maghrib und Ischa,
indem diese Zeit ebenso zwischen diesen beiden Gebeten aufgeteilt
ist. Das verlangt die Erlaubnis des Zusammenlegens von Zuhr und
Asr sowie von Maghrib und Ischa zu jeder Zeit.
Jedoch ist der Beweis zu erbringen, dass ein Zusammenlegen, während man
zu Hause ist, ohne jeden Grund nicht gestattet ist. Das führt zur
Ansicht, dass das Kombinieren erlaubt ist, wenn man auf Reisen ist oder
wenn es regnet etc."
[Fakhr ad-Din ar-Razi, at-Tafsir d-%_abir,
Bd. 5, S. 428]
Wir werden kurz
unwiderlegbaren Beweis herausarbeiten, dass ein Zusammenlegen von
Gebeten ohne jeden Grund absolut gültig ist. Jedoch, es ist klar, dass
die Zeiten der Pflichtgebete nur drei sind: 1) Die Zeit der zwei
Pflichtgebete Zuhr (Mittag) und^^r (Nachmittag), welche zwischen
den beiden aufgeteilt ist. 2) die Zeit der zwei Pflichtgebete Maghrib
(Sonnenuntergang) und Ischa (Nacht), welche sich ebenso
zwischen den beiden aufteilt. 3) Die Zeit des Fajr-Gdoets
(Morgen), welche gesondert steht.
Hat der Prophet (s) Gebete zusammengelegt?
□ Ibn 'Abbas
berichtete, dass der Gesandte Allahs (Friede sei mit ihm) in Medina
sieben (Rak'at) und acht (Rak'at) verrichtet hatte, d.h. (er
kombinierte) das Mittags-(Zuhr-) und das Nachmittags-(Asr-)Gebet (acht
Rak'at) sowie das Abend-(Maghrib) und das Nacht-(Ischa-)Gebet (sieben
Rak'at).
[Sahih al-ftulfari (englische Übersetzung), Band 1, Buch 10, Nummer 537; Safüh
Muslim (englische Übersetzung), Kitab al-Salat, Buch 4, Kapitel 100 Zusammenlegen von Gebeten, während man zu Hause ist, Hadith Nr.
1522]
'Abdullah b. Shaqiq berichtete: Ibn 'Abbas widmete sich uns am Nachmittag (bis zum
Nachmittagsgebet), bis die Sonne verschwand und die Sterne erschienen, und
die Leute fingen an zu sprechen: "Gebet, Gebet!" Einer von den Banu Tamim
kam. Er ging weder langsamer noch wandte er sich ab, sondern fuhr fort zu
rufen: "Gebet, Gebet!" Ibn 'Abbas sagte: "Mögest du von deiner Mutter
getrennt sein, willst du mich die Sunna lehren?" Und dann sagte er. "Ich sah
den Gesandten Allahs (Friede sei mit ihm) das Mittags-(ZwAr-) und das
Nachmittags-(.4sr-)Gebet sowie das Abend-(Maghrib-) und das Nacht-(/scAa-)Gebet
zusammenlegen." 'Abdullah b. Shaqiq sagte: "Etwas Zweifel kam in mir darüber
auf. So begab ich mich zu Abu Huraira und fragte ihn (dazu), und er
bestätigte seine Aussage."
[Sahih Muslim
(englische Übersetzung), Kitab al-Salat, Buch 4, Kapitel 100 Zusammenlegen
von Gebeten, während man zu Hause ist, Hadith Nr. 1523, 1524]
Aber betraf das nicht Reise, Furcht oder Regen usw.?
Viele Überlieferungen vom Propheten (s) belegen klar, dass er ohne jeden besonderen Grund Gebete
zusammenlegte.
□ Der Prophet (s) betete
in Medina, während er dort residierte und nicht auf Reisen war, sieben und
acht (ein Hinweis auf die sieben Rak'at der zusammengelegten Maghrib
und Ischa sowie auf die acht Rak'at der zusammengelegten Zuhr
und Asr).
[Ahmad ibn Hanbai, aC-Musnad, Bd. 1, Seite 221]
□ Der Prophet (s)
betete Zuhr und Asr zusammengelegt ohne einen Grund von
Furcht oder Reise.
[Malik ibn Anas, cd-Muzoattd, Bd. 1, Seite 161]
Tatsächlich wird uns sogar in einigen Überlieferungen die Vernünftigkeit hinter dieser Praxis des
Propheten (s) mitgeteilt. Es dienste der Erleichterung für die Umma!
□ Ibn 'Abbas berichtete,
dass der Gesandte Allahs (s) das Mittags- und das Nachmittagsgebet sowie das
Sonnenuntergangs- und das 'Ischa'-Gebet in Medina kombiniert hatte,
ohne sich in einer Situation von Gefahr oder Regen zu sein. Und im
Hadith, überliefert von Wakil (dessen Worte waren): "Ich sprach zu Ibn
'Abbas: 'Was hat ihn veranlasst, dies zu tun?" Er sagte: Damit seine (des
Propheten) Umma nicht (unnötiger) Härte ausgesetzt wird."
[Sahih Muslim (englische Übersetzung), Kitab al-Salat, Buch 4,
Kapitel 100 Zusammenlegen von Gebeten, während man zu Hause ist,
Hadith Nr. 1520; Sunan d-Tirmidhi, Bd. 1, S. 26]
□ Der Gesandte Allahs
(s) verrichtete das Mittags- und das Nachmittagsgebet in Medina, ohne in
der Situation von Furcht oder auf Reisen zu sein. Abu Zubair sagte: "Ich
fragte Sa'd (einen der Überlieferer), warum er das tat. Er sagte: "Ich
fragte Ibn 'Abbas , wie du mich fragst, und antwortete, dass er (der
Heilige Prophet) wollte, dass niemand seiner Umma
(unnötiger) Härte ausgesetzt werde."
[Sahih Muslim (englische Übersetzung), Kitab al-Salat, Buch 4,
Kapitel 100 Zusammenlegen von Gebeten, während man zu Hause ist,
Hadith Nr. 1516]
Auch wenn es erlaubt ist, warum es tun?
Niemand behauptet, dass
irgendetwas falsch daran wäre, die individuellen Gebete getrennt zu beten.
Zuhr- und .4sr-Gebet sowie Maghrib- und Ischa-Gebet
können sowohl zusammengelegt als auch separat verrichtet werden. Jedoch,
diese Praxis des Zusammenlegens zweier Gebete durch den Propheten (s)
spiegelt die Göttliche Gnade Allahs (swt) wieder zur Erleichterung für die
Umma, und es gibt gute Gründe, warum sie bei der Shia üblich
geworden ist:
□ Die Leute sind oft
mit ihren Angelegenheiten befasst und haben ihre Pflichten und Ängste,
besonders in Ländern, wo das Bildungs- oder Arbeitssystem nicht auf die
Bedürfnisse der Muslime ausgerichtet ist, um ihre täglichen Gebete zu
verrichten. Manche Berufe erfordern viele Stunden kontinuierlicher,
ununterbrochener Arbeit. Also verrichtet die Shia ihre jeweils zwei Gebete
während der festgelegten Zeit in einem Intervall zur Erleichterung und mit
dem Ziel, nicht auch noch das zweite Gebet der beiden zu verpassen, weder
früh noch spät.
□ Wo Leute von nah
und fern zusammenkommen, um eines der beiden Gebete zu verrichten, und
seitdem es gestattet ist, diese zusammenzulegen, verrichten sie die zwei
Gebete nacheinander in Gemeinschaft. Auf diese Weise haben sie beides
erfüllt. Nämlich sowohl ihre Pflichten als auch die Teilhabe am
Gemeinschaftsgebet (jama'a), und so größeren Lohn ernten. Denken wir
an das Beispiel des Freitagsgebets. Wir beobachten, dass tausende
sunnitischer Brüder ihr Freitagsgebet zur rechten Zeit feiern, jedoch viele
von ihnen gelingt es einfach nicht, das .4sr-Gebet zu verrichten, geschweige
denn als Gemeinschaftsgebet.
□ Die Tatsache, dass
diese Sunna von unseren sunnitischen Brüdern allgemein nicht
übernommen wurde, ist ein weiterer Grund, warum die Shia glaubt, dieses
bewahren zu müssen. Wir würden unseren Kindern, anderen Muslimen und der
Nachwelt gerne wissen lassen, dass die Praxis des Zusammenlegens von
Zuhr- und Asr- bzw. vonMaghrib- und Ischa-Gebet
sowohl erlaubt als auch Sunna (gesicherte Praxis) des Heiligen
Propheten (s) ist.
Schlussfolgerung:
Das Zusammenlegen von Zuhr- und Asr-Gebet
sowie Maghrib-
und Ischa-Gebet ist in
Übereinstimung mit dem Qur'an und erlaubt gemäß der Sunna des Propheten (s)
und nebenbei zweckmäßiger. Die Tatsache, dass diese wohl bewiesene Sunna
von unseren sunnitischen Brüdern allgemein nicht praktiziert wird, macht
es für unser Leben keinesfalls nicht anwendbar. Wie der berühmte sunnitische
Kommentator des Sahih Muslim, an-Nawawi, schrieb:
"Wenn eine Praxis (Sunna) als authentisch erwiesen ist, ist sie nicht hinfällig,
nur weil einige, die meisten oder alle Leute diese unterlassen." [al-Nawawi, SfiarfiSaAifiMujâm,
[Beirut, 1392 A.H.), Bd. 8, S. 56]
Quelle: http://www.al-islam.org
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