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Hidschab als Festung im Kampfe der Frauen
Diejenigen, welche sich zum Widerstand erhoben haben, waren
eben jene sich verhüllenden Frauen des Südens der Stadt
(Teheran), diejenigen, die eine Erziehung des
Pahlawi-Regimes (Ahria-Mehr Erziehung 49)
genossen haben, nahmen niemals an diesem Geschehen teil.
(Imam Khomeini)
Die Vorstellung jener, die sich den
Westen oder den Osten zum Vorbild nehmen und meistenteils
irgendwelchen Phantastereien und Hirngespinsten nachlaufen
ist im Hidschab und einer sittlichen Bekleidung lediglich
eine Reaktion gegenüber der Sittenlosigkeit und
Zügellosigkeit der meisten Frauen und Mädchen aus der
wohlhabenden Schicht zu verstehen. Sie nehmen an, dass jene
Frauen, welche Hidschab tragen, sich nur aus Sorge darüber,
nicht so zu werden wie sie, in dieser Weise bekleiden.
Dadurch würde zudem ein Teil ihrer Kraft, welche
erforderlich ist zum Kampfe gegen diese im Überfluss lebende,
sittenlose Klasse, "lahmgelegt" und sie würden somit
ungewollt ihrem Gegner behilflich sein. Das entspricht aber
in keinster Weise der Realität. 50
Wie schon darauf hingewiesen wurde,
beruht die Philosophie des Hidschab nicht in dem Einsperren
der Frauen, sondern in ihrer Befreiung aus den Ketten der
Triebhaftigkeit sowie in ihrem Hinführen zu der ihr
zukommenden hohen, geachteten Stellung. Hidschab bedeutet
nicht Unterstützung für den Feind, sondern dient als
Festung, als Barrikade im Kampf gegen dessen
verbrecherisches Vorgehen. Ebenso wie es das Beispiel der
Frauen Algeriens und des Iran beweist, welche mit ihrem
Hidschab dem ausbeuterischen Gegner einen härteren Schlag
versetzten als alle Waffen. Es ist das 'Ohne-Hidschab-Sein'
, welches dem Imperialismus nützt, weshalb die Okkupanten
Algeriens zu folgendem Resümee kamen: "Wenn wir die
algerische Gesellschaft in ihrer Substanz angreifen und ihre
Widerstandskraft brechen wollen, so müssen wir als erstes
die algerischen Frauen in unsere Gewalt bekommen".
Jedoch erwies sich der Hidschab der Frauen Algeriens als
eine für sie nicht einnehmbare Bastion. Franz Fanun, welcher
die algerische Revolution unter dem soziologischen Aspekt
untersuchte und ein wesentliches Kapitel zum Thema "Algerien
und Hidschab" beitrug, zeigt, welch bedeutender Faktor der
islamische Hidschab in Algeriens gewaltigem Kampf gegen die
Besatzungsmacht Frankreichs darstellte. Er erwies sich als
so gravierend, dass die Soziologen und Experten der
imperialistischen Welt empfahlen, zuerst die Frauen in den
Griff zu bekommen, wonach sich alles weitere regeln würde.
Der imperialistische Apparat gewährte zum
Zwecke der Eroberung hidschabtragender Frauen Riesensummen.
Zu Beginn stellten sie sich als angebliche Verteidiger der
Frauen vor und versuchten, mittels eigens verfasster
Anekdoten, Witzen und Gedichten die Frauen mit Hidschab
sowie deren Gatten als Überbleibsel der Epoche der Barbarei
oder des Mittelalters abzustempeln und zu entwürdigen. Zudem
wurden sie im Jahre 1959 bei ihrem Bestreben, die
Gesellschaft des Landes gefügig zu machen, durch jene
hidschablosen Frauen, welche bei der Okkupation des Landes
behilflich waren, unterstützt, wozu die algerischen Männer
als Zielscheibe des Spotts und der Kritik europäischer
Auftraggeber benutzt wurden. "Trägt Deine Frau etwa
Tschador? Weshalb entscheidest Du Dich nicht für eine
europäische Lebensweise? Weshalb führst Du Deine Frau
nicht ins Café, ins Kino oder zu Wettspielen?"
Der Besatzungsmacht, deren geistige
Aktivität in hohem Maße auf das Problem der hidschabtragenden Frauen konzentriert war, gelang es dann
doch, in irgendeinem Winkel des Landes eine Frau zu finden,
die sie, wie sie es nannten, "befreien" konnten, worauf
diese seitens der Europäer, die über ihren "Erfolg" zutiefst
in Erregung geraten und besorgt waren, sie könne es sich
wieder anders überlegen und zu ihrer früheren Situation
zurückfinden, umringt und umhegt wurde, wie jemand, der zu
einer neuen Religion konvertiert. Jedes weitere "Gelingen"
bestärkte sie in der Überzeugung, dass das Vordringen in die
starke Festung der algerischen Frauen als Stützpunkt für den
Einfluss des Westens in der islamischen Gesellschaft zu
werten sei, gemäß der Darstellung Franz Fanuns: Jeder
Schleier, der fortgeschoben wird, eröffnet dem Imperialismus
einen neuen Horizont, der ihm bisher versagt war, bis sich
ihm der gesamte algerische 'Leib' entblößt zeigt.
Nachdem
ein jedes Antlitz unverhüllt sichtbar wurde, wird sich die
seitens der Okkupanten gehegte Hoffnung auf einen
erfolgreichen Angriff um ein zehnfaches verstärken. Immer
dann, wenn sich eine Frau von ihrem Hidschab trennt,
schwächt sie in Wirklichkeit die Existenz der algerischen
Gesellschaft in ihrem Verteidigungssystem und teilt zudem
dessen Zersetzung den Besatzungskräften mit. Jeder Schleier,
der fällt und jedes Antlitz, welches sich den dreisten,
ruhelosen Blicken des Eroberers darbietet, bedeutet, dass
Algerien begonnen hat, seine Existenz zu verleugnen und die
Vergewaltigung seitens seiner Besatzer akzeptiert. Jeder
Schleier, der entfernt wird, ist ein Hinweis dafür, dass sich
die Gesellschaft der Lehre ihres Okkupanten "Herrn"
unterwirft und bereit ist, sich dessen Befehl unterzuordnen
und - in Gehorsam ihm gegenüber- die eigenen Sitten und
Gebräuche zu ändern.
Das Entfernen des Hidschabs der Frau
bedeutet das Sichtbarwerden ihrer Schönheit, das Enthüllen
des Verborgenen und das Entblößen des Geheimgehaltenen, mit
anderen Worten, das Brechen ihres Widerstandes, welches
heißt, zukünftig über sie verfügen zu können. Demgegenüber
bedeutet Hidschab das Verborgenhalten eines Geheimnisses und
das Aufrechterhalten einer Welt des Geheimnisvollen und
Verborgenen. Diese Frau, welche alles um sich herum und die
anderen sieht, ohne selbst gesehen zu werden, zwingt den
Eroberer zu einem Verzicht. Dieses "Sehenkönnen" ist somit
einseitiger Natur, da der Gegenüberstehende sie nicht
erblicken kann.
Eine Frau, die nicht gesehen wird, ist
nicht bezwingbar und bietet sich selbst nicht dar.
Infolgedessen gilt das Hauptaugenmerk der Okkupationspolitik
zum Zwecke einer 'Zersetzung' Algeriens in erster Linie dem
Problem 'Entschleierung der Frauen'. Dennoch wahren die
algerischen Frauen, trotz der Bemühungen der Okkupanten nach
ihrer Entschleierung, trotz des Bemühens, einen Sieg über
den Schleier davonzutragen, wie eh und je ihre starke
"Bastion, ihr festes 'Bollwerk' des Widerstandes und
beschützen es wie ein Heiligtum, womit sie im Endeffekt der
Impertinenz des Okkupanten Feindes eine Niederlage
versetzen.
Und letzten Endes dienen die
wissenschaftlichen Forschungen sowie der Kampf der
muslimischen Frauen Algeriens den Gegnern als Beweis, dass
ihre Liebe zu dem 'häuslichen Herd' in der Geborgenheit des
Familienkreises, welche in der muslimischen Frau stark
ausgeprägt ist, nicht 'Abgrenzung' von der Welt oder
Widerwillen gegenüber dem Sonnenschein, den Straßen und
Landschaften bedeutet, sowie niemals als Weltflucht zu
verstehen sein wird.51
"Die Gläubigen sind nur jene, die an
Allah und seinen Gesandten glauben und dann keine Zweifel
hegen, die mit ihrem Gut und ihrem Selbst für die Sache
Allahs eintreten, das sind die Wahrhaftigen."
[Heiliger
Qur'an 49:15]
"Und sprich zu den gläubigen Frauen,
dass
sie ihre Blicke zu Boden senken und ihre Keuschheit wahren
sollen und dass sie ihre Reize nicht zur Schau tragen sollen
bis auf das, was sichtbar sein muss, und dass sie ihre Tücher
über ihre Busen ziehen sollen und ihre Reize vor niemandem
enthüllen als vor ihren Gatten oder ihren Vätern oder den
Vätern ihrer Gatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer
Gatten oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder
den Söhnen ihrer Schwestern oder ihren Frauen, oder denen,
die ihre Rechte besitzt, oder solchen von ihren männlichen
Dienern, die keinen Geschlechtstrieb haben, und den Kindern,
die von der Blöße der Frauen nichts wissen. Und sie sollen
ihre Füße nicht zusammenschlagen, so dass bekannt wird, was
sie von ihrem Zierat verbergen. Und bekehret euch zu Allah
insgesamt, O ihr Gläubigen, auf dass ihr erfolgreich seiet."
[Sure 24: Verse 31-32]
Und sie sprachen zu dem Weisen: "Obgleich
die Sonne so wertvoll ist, hörten wir doch niemals, dass
jemand mit ihr Freundschaft schloss oder ihr seine Liebe
schenkte.'
Der Weise antwortete: "Weil sie täglich
zu sehen ist, außer zur Winterzeit, in der sie - ähnlich wie
der Mond - in Schleier gehüllt und liebenswert ist.
(Gedicht von Sadi, aus dem Persischen)
Aus einem Gespräch mit Schahid Ayatollah
Dr. Beheschti zum Thema "Hidschab":
"Jene Bekleidung, welche der Islam für
die muslimische Frau wünscht, dient mehr als alles andere
der Würde und dem Prestige der Frau sowie der Würde und dem
Ansehen der Gesellschaft, mit dem Sinn und zum Schutz einer
unvergifteten, reinen, sauberen Beziehung zwischen Mann und
Frau außerhalb des familiären und ehelichen Rahmens.
Diejenigen, welche die hohe Bedeutung und
Rolle dieser Bekleidungsart entstellen, als "Fessel" der
Frau und als Behinderung ihrer Freiheit propagieren, sind
entweder wirklich in Unkenntnis über die sinnlichen Triebe
oder aber diesen derart ergeben, dass sie wissentlich darum
bemüht sind, die Beziehung zwischen Mann und Frau in den
Dienst ihrer Leidenschaften und Gelüste zu stellen.
Wenn beschlossen wurde, dass sich eine
Frau in den ärztlichen oder schulischen Dienst stellt, eine
Tätigkeit als Korrespondentin, Buchhalterin, als
Schreibkraft oder eine andere, konstruktive Beschäftigung
ausübt; wirklich, wenn es so bestimmt wurde, ihre Fähigkeit
und ihr Können in den Dienst der Gesellschaft zu stellen,
warum sollte dann diese Frau nicht islamisch bekleidet
sein?!
Ich sage nicht Tschador52.
Der Tschador ist eine Art der islamischen Bekleidung und
Mantel, Hose und langes Kopftuch sind eine andere Art, wobei
diese zweite Form geeignet ist für berufliche Tätigkeiten,
da sie der Frau die Möglichkeit gibt, sich bedeckt bekleidet
aktiv in ihrem Beruf betätigen zu können. Warum sollten jene
sonst wohl wünschen, dass die Frauen halb entblößt,
geschminkt, kokett und faszinierend an ihrem Arbeitsplatz
erscheinen? Ist denn die Arbeit der Frau von Interesse oder
ihr erregender Anblick?
Meine Schwestern, bedenken sie! Ihre
Bekleidung ist ein Zeichen dafür, dass Sie nicht länger
bereit sind, ihre weibliche Anziehungskraft als würzende
Zutat Ihrer Tätigkeit, Ihrem Können und Ihren Fertigkeiten
beizufügen, um die Männerwelt zu erfreuen! Wollen Sie, dass
Ihre Tätigkeit, Ihre Fähigkeiten und Ihr Können, Ihre Kunst,
Ihre Anschauung, Ihre Bildung, Ihre Ehrfurcht vor Gott, Ihre
Freundlichkeit, Ihre Menschlichkeit und Ihre Liebe zu Gott,
eben jene hohen menschlichen Werte der Würde, Größe,
Edelmut, von Ihrem tatsächlichen Wert gekennzeichnet sind,
dann erlauben sie nicht länger bevormundet bemitleidet zu
werden, etwa in der Weise: "Warum seid Ihr nicht frei?"
Damit wird gefragt, warum Sie sich nicht ohne Ihre
Bekleidung diesen sich dem äußeren Anschein nach
mitfühlenden Vormunden zur Schau stellen!
Antworten Sie ihnen: "Meine und Deine
wirkliche Freiheit beruht darin, dass mein Auftreten in der
Gesellschaft von keinerlei geschlechtlichem Akzent
gekennzeichnet ist". Die Bekleidung der Frau ist der eine
Faktor, ein noch bedeutenderer ist die Art Ihres Auftretens,
Ihres Verhaltens, welches auch seitens des Heiligen Qur'an
stark betont wird. Dein Blick, die Art Deines Sprechens,
Deine Verhaltensweise und so weiter, alles muss rein und
erhaben sein.
Friede sei mit Euch! Ihr habt gut getan,
darum tretet ein in das Paradies, um darin ewig zu
verweilen. Und seine Wächter zu ihnen sprechen: "Friede sei
mit euch! Seiet glücklich und tretet dort ein, ewig zu
weilen" [Sure 39: Vers 73]
Die Geschichte hat gezeigt, was für
Frauen in der Welt lebten und was für Frauen durch den Islam
erzogen wurden! Und wir selbst sehen, was für Frauen sich in
der jüngsten Zeit für den Islam erheben! Die, die sich
erhoben, waren eben jene sich verhüllenden Frauen des Südens
der Stadt. Diejenigen, die eine Ahria-Mehr 49
Erziehung genossen, nahmen niemals an diesem Geschehen teil!
Sie, die islamisch erzogen worden waren,
gaben ihr Blut, wurden getötet! Sie waren es, die in die
Straßen stürmten und die Bewegung zum Siege führten! Wir
wissen, dass die Bewegung (Revolution) von den Frauen
getragen wurde! Die Männer stürmten der Frauen wegen in die
Straßen! Die Frauen - selbst in vorderster Linie stehend -
ermunterten die Männer dazu!
Die Frau ist ein Wesen, welches fähig
ist, eine (sogenannte) sich für alle Zeiten haltende Macht,
eine satanische Macht, zu zerbrechen.
Ebenso, wie seinerzeit Zainab (a.), die
Tochter Fatimas (a.) gegenüber gewaltigen Herrschern
Widerstand leistete, jene 'Chutbah' (Predigt) hielt und jene
Worte sprach! Sie, die eine Frau war, welche sich der Gewalt
gegenüber dermaßen standhaft verhielt, dass sie, falls es
auch nur jemand wagen wollte, ihr 'nahe zu treten', diesen
vernichtet hätte.
Sie fürchtete sich nicht! Sie verurteilte
die Herrschaft des Yazid und sagte zu ihm ganz schlicht:
"Du
bist kein Mensch!"
Eine derartige Würde muss eine Frau
besitzen! Und Gott sei Dank haben unsere Frauen heute mit
jenen (Hazrate Fatima, Hazrate Zainab) Ähnlichkeit! Sie
widersetzten sich, ihre Kinder an die Brust gedrückt, mit
geballten Fäusten der Gewalt und unterstützen diese Bewegung
(die Bewegung der islamischen Revolution). Gott möge unsere
Frauen und Töchter vor allem Übel des Satan bewahren!
(Imam Khomeini)
- 'Ahria-Mehr' - Bezeichnung der Pahlwawi-Dynastie
- Aus: "Über das Thema Frau", S. 28
- Aus: "Die algerische Revolution oder eine soziologische Studie einer
Revolution" von Frantz Fanun, S. 14 & 15
- Tschador: Schleier
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