Laut einer Überlieferung wird sich die Ummah in 73
Gruppen spalten. Und nur eine von ihnen wird in das Paradies eingehen. Nun
beanspruchen ja viele unterschiedliche Gruppierungen diesen Anspruch, die Eine
zu sein, für sich.
Liegt die Unterscheidung der Gruppen darin, welcher Rechtsschule oder ähnliches
sie folgen, z.B. Sunniten, Shiiten, Aleviten u.a. (so wird es ja allgemein
verstanden)?
Oder liegt die Unterscheidung der Gruppen in den (schlechten)
Charaktereigenschaften und Tugenden?
Die Antwort auf diese Fragen setzt die Beantwortung folgende Fragen voraus, und
zwar:
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Was sind die Ziele einer (an sich) „wahren Religion“?
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Was sind die Ziele der monotheistischen Propheten (a.), bestanden ihre
Ziele darin, die Menschen zum einen Gott und somit zur Anbetung aufzurufen
bzw. alle falsche Lehren und Weltanschauungen zu bekämpfen, oder galt
vielmehr der Kampf der Ungerechtigkeit und dem Unrecht auf der Erde und
somit die soziale Gerechtigkeit Weltweit umzusetzen oder gar beabsichtigten
die Propheten (a.) eher Moral zu predigen und zur Tugend, Ethik und Moral
aufzurufen?
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Im Falle, dass die wahre Religion und deren Propheten
(a.) gleichzeitig
mehrere Ziele verfolgten, wie sehen die Prioritäten der Zielsetzungen aus?
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Da ja viele Gruppierung, Lehren, Konfessionen und Weltanschauungen etc.
die Wahrheit für sich beanspruchen, was ist der Maßstab zur Erkennung von
dem Wahren und dem Falschen? Kann z.B. die Mehrheit der Gefolgschaft einer
Lehre hierfür als Maßstab gelten? So wie die meistens Sunniten dies
behaupten?
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Im Bezug auf die Muslime, was gilt als Maßstab, sind es die Gefährten
des Propheten (saas)? Die Schiitischen Imame (a.)? nur der Prophet (s) oder
gilt gar nur das, was Gott (st) sagt, und wenn es dem so sei, wie erkennt
man dann das es Gotteswort ist und vor allem wie erkennt man denn, dass es
sich um den wahren Gott handelt? Diese sind elementare Fragen, die jene
Gruppe zu beantworten hat, wenn sie sich als die einzig Gerettete hinstellt.
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Eine weitere elementare Frage, die sich hiervon ergibt, ist die: „Ist
alles was die Religion sagt richtig und wahr oder vielmehr alles was Richtig
und Wahr ist, wird von der wahren Religion zu vertreten sein?“. Diese Frage
ist insofern wichtig als jene Gruppe die Welt im Namen der Religion
ebenfalls zu retten versucht.
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Was bedeutet das Prinzip der „Einheit der Muslime“ und „die Einheit um
das Seil Gottes“?
Die Entfernung zwischen „Ansprüche stellen und im Recht sein“ ist die gleiche
Entfernung wie „das Falsche und das Wahre“.
Im heiligen Quran steht, dass es zur Zeit Abrahams (a.) viele Lehren und
Gemeinschaften gab, die die Wahrheit für sich beanspruchten, Abraham (a.) war
fast alleine, jedoch der Erhabene hat ihn als die wahre Gemeinschaft bezeichnet
und seine Widersachern als Individuen:
"Abraham war (an sich) eine Gemeinschaft, dem einen Gott demütig ergeben,
unbeirrbar und er war (immer) kein Götzendiener." [An-Nahl : 120]
Also nicht die Mehrheit bzw. die Quantität gilt als Maßstab sondern die
Qualität.
In der Kamelschlacht fragte jemand Imam Ali (a.), wie es denn sein kann, dass die
Gegenseite falsch liege, wo sich doch Talha, Zobair, Aischa, einige Gefährten und
so viele Muslime sich auf der anderer Seite befinden?
Der Imam antwortete:
"Die Menschen gelten nicht als Maßstab für das Wahre und das Falsche, das
Gegenteil ist der Fall. Die Menschen werden mit dem Wahrheitsmaßstab (Religion)
gemessen, erkenne zunächst die Wahrheit so wirst du die Wahrhaftigen erkennen
und erkenne die Falschheit so wirst du die Falschen erkennen."
Die Imame (a.) und deren wahren Anhänger sind jene gerettete Gemeinschaft, die
Beweise hierfür sind zahlreich, hier nur ein Vers.:
"Und unter denjenigen, die wir geschaffen haben, gibt
es eine Gemeinschaft (Ummah), die (die Menschheit) nach der Wahrheit leitet und
danach Gerechtigkeit übt." [Al-I’raf : 181]
Die Imame (a.) sind jene von Gott erschaffene Gemeinschaft, die nach der
Wahrheit rechtleiten und Gerechtigkeit üben.
Der wesentliche Unterschied liegt in der Lehre, die ja als Konzept für die
Lösung menschlichen Probleme und Bedürfnisse zu gelten hat, auch wenn sich nur
ein einziger daran hält, so wie bei Noah (a.) und Abraham (a.) der Fall war.
Es wird jedoch auch zwischen der Lehre und der Handlung, die aus der Tugend
entstehen, unterschieden, sowie Moses (a.) bei einem seiner Urteile unterschied:
"Und wir ließen die Kindern Israel durch das Meer ziehen.
Und sie kamen zu Leuten, die sich (dem Dienst von) Götzen hingaben, die sie
besaßen. Sie sagten: „Moses! Mach uns einen (ebensolchen) Gott, wie die da
Götter haben!“ Er sagte: "Ihr seid ein unwissendes Volk! “Der Glaube dieses
Volkes ist dem Untergang geweiht und zunichte geht, was sie getan haben."
[Al-I’raf; 139]
Moses (a.) unterscheidet hier zwischen der Lehre (das Kollektive) und dem
Handeln (das Individuelle) jener Gruppe.
Zur Erklärung sei hier gesagt, es ist durchaus möglich, dass sich einer bei einer
falschen Religion oder auf einem falschen Weg befindet und dennoch moralisches
Handeln vorweist, diese Taten werden von Gott belohnt. Darüber gibt es
Überlieferungen. Jedoch bei jener Gruppe, von der Moses (a.) sprach, war nichts
zu retten.
Im Quran Karim werden sehr viele schlechte Eigenschaften aufgezählt z.B.
Unglauben, Habsucht, Gier, Verrat usw., doch als beste Eigenschaft der Glaube an
Gott mit allen damit verbundenen Tugenden, die ja bei dem wahren Glauben von
ganz allein zu Tage treten.
Diesem kann man nur zustimmen, allerdings man beachte dabei, dass Allah (swt)
Abraham (a.) und Moses (a.) im heiligen Quran als „die Gläubigen“ bezeichnet.
Die drei oben (unter ) erwähnte Ziele der monotheistischen Propheten (a.),
sind bei genauerer Betrachtung ein und dasselbe, alle Propheten (a.) riefen zu
der gleichzeitigen Umsetzung alle drei Ziele auf.
Ohne moralisch einwandfreie Menschen wird es keine soziale Gerechtigkeit geben,
und ohne Gerechtigkeit kann von der wahren Religion nicht die Rede sein.