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Über die 73 Gruppen

Der Prophet (s.) sagte:

"Diese Ummah wird sich spalten in 73 Gruppen, von denen alle im Höllenfeuer sind, bis auf eine. Das sind die, die meinem Weg und dem Weg meiner Sahaba (Gefährten) folgen." (At-Tirmidhi)

Laut einer Überlieferung wird sich die Ummah in 73 Gruppen spalten. Und nur eine von ihnen wird in das Paradies eingehen. Nun beanspruchen ja viele unterschiedliche Gruppierungen diesen Anspruch, die Eine zu sein, für sich.

Liegt die Unterscheidung der Gruppen darin, welcher Rechtsschule oder ähnliches sie folgen, z.B. Sunniten, Shiiten, Aleviten u.a. (so wird es ja allgemein verstanden)?

Oder liegt die Unterscheidung der Gruppen in den (schlechten) Charaktereigenschaften und Tugenden?

Die Antwort auf diese Fragen setzt die Beantwortung folgende Fragen voraus, und zwar:

  1. Was sind die Ziele einer (an sich) „wahren Religion“?
     

  2. Was sind die Ziele der monotheistischen Propheten (a.), bestanden ihre Ziele darin, die Menschen zum einen Gott und somit zur Anbetung aufzurufen bzw. alle falsche Lehren und Weltanschauungen zu bekämpfen, oder galt vielmehr der Kampf der Ungerechtigkeit und dem Unrecht auf der Erde und somit die soziale Gerechtigkeit Weltweit umzusetzen oder gar beabsichtigten die Propheten (a.) eher Moral zu predigen und zur Tugend, Ethik und Moral aufzurufen?
     

  3. Im Falle, dass die wahre Religion und deren Propheten (a.) gleichzeitig mehrere Ziele verfolgten, wie sehen die Prioritäten der Zielsetzungen aus?
     

  4. Da ja viele Gruppierung, Lehren, Konfessionen und Weltanschauungen etc. die Wahrheit für sich beanspruchen, was ist der Maßstab zur Erkennung von dem Wahren und dem Falschen? Kann z.B. die Mehrheit der Gefolgschaft einer Lehre hierfür als Maßstab gelten? So wie die meistens Sunniten dies behaupten?
     

  5. Im Bezug auf die Muslime, was gilt als Maßstab, sind es die Gefährten des Propheten (saas)? Die Schiitischen Imame (a.)? nur der Prophet (s) oder gilt gar nur das, was Gott (st) sagt, und wenn es dem so sei, wie erkennt man dann das es Gotteswort ist und vor allem wie erkennt man denn, dass es sich um den wahren Gott handelt? Diese sind elementare Fragen, die jene Gruppe zu beantworten hat, wenn sie sich als die einzig Gerettete hinstellt.
     

  6. Eine weitere elementare Frage, die sich hiervon ergibt, ist die: „Ist alles was die Religion sagt richtig und wahr oder vielmehr alles was Richtig und Wahr ist, wird von der wahren Religion zu vertreten sein?“. Diese Frage ist insofern wichtig als jene Gruppe die Welt im Namen der Religion ebenfalls zu retten versucht.
     

  7. Was bedeutet das Prinzip der „Einheit der Muslime“ und „die Einheit um das Seil Gottes“?
     

Die Entfernung zwischen „Ansprüche stellen und im Recht sein“ ist die gleiche Entfernung wie „das Falsche und das Wahre“.

Im heiligen Quran steht, dass es zur Zeit Abrahams (a.) viele Lehren und Gemeinschaften gab, die die Wahrheit für sich beanspruchten, Abraham (a.) war fast alleine, jedoch der Erhabene hat ihn als die wahre Gemeinschaft bezeichnet und seine Widersachern als Individuen:

"Abraham war (an sich) eine Gemeinschaft, dem einen Gott demütig ergeben, unbeirrbar und er war (immer) kein Götzendiener." [An-Nahl : 120]

Also nicht die Mehrheit bzw. die Quantität gilt als Maßstab sondern die Qualität.

In der Kamelschlacht fragte jemand Imam Ali (a.), wie es denn sein kann, dass die Gegenseite falsch liege, wo sich doch Talha, Zobair, Aischa, einige Gefährten und so viele Muslime sich auf der anderer Seite befinden?

Der Imam antwortete:

"Die Menschen gelten nicht als Maßstab für das Wahre und das Falsche, das Gegenteil ist der Fall. Die Menschen werden mit dem Wahrheitsmaßstab (Religion) gemessen, erkenne zunächst die Wahrheit so wirst du die Wahrhaftigen erkennen und erkenne die Falschheit so wirst du die Falschen erkennen."

Die Imame (a.) und deren wahren Anhänger sind jene gerettete Gemeinschaft, die Beweise hierfür sind zahlreich, hier nur ein Vers.:

"Und unter denjenigen, die wir geschaffen haben, gibt es eine Gemeinschaft (Ummah), die (die Menschheit) nach der Wahrheit leitet und danach Gerechtigkeit übt." [Al-I’raf : 181]

Die Imame (a.) sind jene von Gott erschaffene Gemeinschaft, die nach der Wahrheit rechtleiten und Gerechtigkeit üben.

Der wesentliche Unterschied liegt in der Lehre, die ja als Konzept für die Lösung menschlichen Probleme und Bedürfnisse zu gelten hat, auch wenn sich nur ein einziger daran hält, so wie bei Noah (a.) und Abraham (a.) der Fall war.

Es wird jedoch auch zwischen der Lehre und der Handlung, die aus der Tugend entstehen, unterschieden, sowie Moses (a.) bei einem seiner Urteile unterschied:

"Und wir ließen die Kindern Israel durch das Meer ziehen. Und sie kamen zu Leuten, die sich (dem Dienst von) Götzen hingaben, die sie besaßen. Sie sagten: „Moses! Mach uns einen (ebensolchen) Gott, wie die da Götter haben!“ Er sagte: "Ihr seid ein unwissendes Volk! “Der Glaube dieses Volkes ist dem Untergang geweiht und zunichte geht, was sie getan haben." [Al-I’raf; 139]

Moses (a.) unterscheidet hier zwischen der Lehre (das Kollektive) und dem Handeln (das Individuelle) jener Gruppe.

Zur Erklärung sei hier gesagt, es ist durchaus möglich, dass sich einer bei einer falschen Religion oder auf einem falschen Weg befindet und dennoch moralisches Handeln vorweist, diese Taten werden von Gott belohnt. Darüber gibt es Überlieferungen. Jedoch bei jener Gruppe, von der Moses (a.) sprach, war nichts zu retten.

Im Quran Karim werden sehr viele schlechte Eigenschaften aufgezählt z.B. Unglauben, Habsucht, Gier, Verrat usw., doch als beste Eigenschaft der Glaube an Gott mit allen damit verbundenen Tugenden, die ja bei dem wahren Glauben von ganz allein zu Tage treten.

Diesem kann man nur zustimmen, allerdings man beachte dabei, dass Allah (swt) Abraham (a.) und Moses (a.) im heiligen Quran als „die Gläubigen“ bezeichnet.

Die drei oben (unter ) erwähnte Ziele der monotheistischen Propheten (a.), sind bei genauerer Betrachtung ein und dasselbe, alle Propheten (a.) riefen zu der gleichzeitigen Umsetzung alle drei Ziele auf.
Ohne moralisch einwandfreie Menschen wird es keine soziale Gerechtigkeit geben, und ohne Gerechtigkeit kann von der wahren Religion nicht die Rede sein.

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